Straße statt Schule: Müllsammelaktion der Klasse 9c

Straße statt Schule: Was Müllsammeln in Sömmerda mit Kommunalpolitik zu tun hat

Sömmerda. Eine Idee aus dem Unterricht, Greifzangen vom Bauhof – und am Ende neun prall gefüllte Müllsäcke. Was dahintersteckt und wo am meisten Müll lag

„Ich verstehe die Leute nicht. Der Mülleimer steht ein paar Meter daneben – und der Müll landet trotzdem auf der Straße“, sagt Emma, während sie mit einer Greifzange Kippenstummel vom Boden aufsammelt. Die Neuntklässlerin ist an diesem Dienstag nicht allein unterwegs: Ihre gesamte Klasse, die 9c des Albert-Schweitzer-Gymnasiums, durchstreift Sömmerda.

Vom Unterricht auf die Straße: Schüler in Aktion

Die Idee zur Müllsammelaktion entstand nicht im Lehrerzimmer, sondern im Unterricht selbst – von Schülerinnen und Schülern. „Es ging darum, wie sie in ihrer Kommune selbst wirksam werden können“, erklärt Sozialkundelehrerin Birthe Molle. Das Prinzip hat an der Schule Tradition: „Letztes Jahr hat eine andere Klasse dafür gesorgt, dass ein Schild mit Geschwindigkeitsmesser aufgestellt wird. Dieses Jahr ist es die Müllsammelaktion.“

Von der Aktion ist auch Bürgermeister Ralf Hauboldt (Die Linke) überzeugt: „Ich wurde in den Unterricht eingeladen, um mit den Schülerinnen und Schülern zu sprechen, über Ordnung, Sauberkeit und Sicherheit in der Stadt.“ Daraus wurde mehr als ein Gespräch: Zwei Stunden lang sammelte er gemeinsam mit den Jugendlichen Müll.

Pünktlich um neun Uhr startete die Aktion. Der städtische Betriebshof stellte die nötigen Greifzangen bereit, dann schwärmten die Teams sternenförmig durch die Stadt aus – jede Gruppe mit einem eigenen Abschnitt. Dabei fanden sie neben Kippenstummeln und Flaschen auch einen Partygrill, Schuhe und sogar Platinen im Unrat. Besonders viel hatte sich im Stadtpark angesammelt – allein dort füllten die Schülerinnen und Schüler drei der insgesamt neun Müllsäcke.

Engagement durch Müllentfernung

„Es ist furchtbar. Müll wird direkt neben Mülleimer oder in Hecken geworfen – das muss doch nicht sein“, sagt Hauboldt. Gleichzeitig habe er die Stadt insgesamt als relativ sauber empfunden.

Für Lehrerin Molle geht es bei der Aktion ohnehin um mehr als saubere Straßen. „Es ist einfach schön, dass hier eine Unterrichtsidee in die Tat umgesetzt werden konnte – dass die Ideen junger Menschen gehört werden, auch auf politischer Ebene. Das motiviert sie, sich zu engagieren“, sagt sie.

Die Schüler selbst zogen beim gemeinsamen Auswertungstreffen in der Bäckerei Bergmann ein positives Fazit – wenn auch mit einem Augenzwinkern. „Eigentlich könnten wir das jede zweite Woche machen“, scherzte einer. Einen kleinen Wermutstropfen gab es am Ende dann doch: Nach dem Mittagessen hieß es zurück in den Unterricht – ausgerechnet zu einer Doppelstunde Mathematik.

Quelle: Albrecht Kaiser (Text und Bilder), TA, Lokalteil Sömmerda, 30.4.2026

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